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  • AutorenbildStefanie Schenk

Knochenbrühe, ein Wundermittel?

Knochenbrühe


Wer kennt sie nicht von seinen Eltern oder Großeltern? Die Knochen- bzw. Hühnerbrühe?


Eingesetzt wird sie bei kränkelnden Hunden, zur Stärkung des Immunsystems, bei Problemen im Bewegungsapparat, zum Aufwärmen an kalten Tagen, nach Anstrengung, bei Verdauungsproblemen, bei Mäklern oder einfach weil sie schmeckt.


Bekannt seit Jahrzehnten bei Sport- und Polizeihundeführern, Jägern, alten Züchtern. Schon damals wurde die Knochenbrühe vielseitig eingesetzt.


Viele Erfahrungen berichten über positive Eigenschaften. Zur Stärkung der Hunde, gerade während der Trächtigkeit und nach der Geburt wurde sie bei älteren Züchtern als Standardmittel verwendet. Schlittenhundeführer oder Jäger gaben Ihren Hunden die Brühe nach getaner Arbeit zum Aufbau.


Ein überliefertes Nahrungsmittel, welches lange Zeit in Vergessenheit geriet erlebt heute ein Comeback als Superfood. Mittlerweile gibt es Knochenbrühe als Fertigprodukt für unsere Hunde, ja es gibt sogar sogenannte „Bone Broth“ Läden, wo Menschen Knochenbrühe to go kaufen können. Bei den Hollywoodstars momentan ein angesagtes Fitness-Superfood.


Doch was ist tatsächlich dran an diesem Superfood? Hochgelobt als nährstoff- und mineralstoffreiches Wundermittel – ist es tatsächlich so?


Wenn man Knochenbrühe googelt herrscht die allgemeine Information, dass durch das lange Kochen der Knochen viele Mineralien und Nährstoffe in den Sud übergehen. Sucht man allerdings Forschungsergebnisse, sieht es mager aus. Ich habe eine Untersuchung gefunden, in der der Autor (Lawrence Dubois) verschiedene Arten (Dauer, Menge, Tiergattung) von Knochenbrühe selbst gekocht und in unterschiedliche Labore zur Auswertung schickte. Wider erwartend erhielt er das Ergebnis, dass in seinen Knochenbrühen ein sehr niedriger Mineralstoffgehalt analysiert wurde. Im Allgemeinen ist auch bekannt, dass zu langes Kochen die meisten Nährstoffe eher zerstört...


Doch woher stammen die vielen doch so positiven Erfahrungsberichte?


Zu finden sind Kollagen und weitere Verbindungen, die den Gelenkapparat schützen. Glukosamin, ein wichtiger Baustein des Knorpelgewebes und Chondroitin zur Stärkung des Knorpels gehören u.a. dazu.


Der enthaltenen Gelantine sagt man ebenfalls nach, dass sie durchlässige Darmwände „kitten“ kann, wie sie bei einigen Erkrankungen im Darmbereich zu finden sind. Durchlässige Darmwände sind oftmals Verursacher von Allergien. Es gelangen Stoffe hindurch, die eigentlich nicht dafür vorgesehen sind. Der Körper erkennt diese nicht und wehrt sich dagegen.


Auch Protein ist in hohen Menge zu finden, welches dem Hundekörper prinzipiell und gerade in der Rekonvaleszenz gut tun soll. Wer kennt das nicht? Die Zeit nach einer Erkrankung, wenn der Hund einfach noch schlapp ist, völlig geschwächt von der Erkrankung, vielleicht hat er sogar sehr abgenommen und „kommt einfach nicht richtig bei“? Wir Menschen kennen es selbst, frisch gekochte Hühnerbrühe nach einer echten Grippe wirkt wahre Wunder.


Auch ich kann mich den positiven Erfahrungen der Knochenbrühe in solchen Fällen anschließen. Hunde, die einen langen Leidensweg hatten, Futtermäklern oder auch Hunden, die Probleme im Bewegungsapparat zeigen „hilft“ die Brühe. Meine Hündinnen bekommen während und nach der Geburt ebenfalls einige Tage Knochenbrühe. Meist faste ich den Tag nach der Geburt die Hündin noch genau mit u.a. so einer Brühe und unterstütze sie damit wieder zu Kräften zu kommen.


Bei Durchfällen, Erbrechen oder anhaltenden Magenproblemen setze ich die Brühe ebenfalls gerne zum Fasten ein um dann langsam wieder auf eine normale Kost umzustellen.


Man kann und muss nicht immer alles analytisch erklären können. Nimmt man die Brühe im Labor „auseinander“ verbleibt ein trostloses Ergebnis. Füttert man sie in verschiedenen Situationen seinem Hund, vollbringt sie kleine Wunder. Entscheiden Sie selbst, ob sie die Knochenbrühe von Zeit zu Zeit bei Problemen einsetzten werden – ich werde es tun.


Wie erstelle ich die Knochenbrühe?


  • Kaufen Sie Knochen vom z.B. Rind oder Huhn (gerne Gelenkknochen, Sandknochen, Markknochen ohne Beinscheibe oder viel Fleisch)

  • nehmen Sie einen großen Topf und geben Sie die Knochen hinein

  • fügen Sie Wasser hinzu, bis die Knochen halb bedeckt sind

  • fügen Sie 2-4 Esslöffel Apfelessig hinzu

  • nun wird lange Zeit gekocht (empfohlen wird 12-24 Stunden)


Wenn die Brühe geleeartig ist, haben Sie Ihre Knochenbrühe fertiggestellt. Sie können die Brühe einfrieren und bei Bedarf verwenden.


Sehr hilfreich ist die Knochenbrühe auch um Ihrem Hund etwas unbeliebtes unterzumogeln ;-)


Viel Spaß bei der Umsetzung.


Bild Brühe
Brühe



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